zurück vor  
Barbara Keifenheim
Im Entschwinden so nah
ISBN 978-3-451-34750-4;
17,99 €, 208 Seiten
Was bleibt von einem Menschen, der sein Gedächtnis verliert? Wie verändert sich die Beziehung zur eigenen Mutter, die an Alzheimer erkrankt? Barbara Keifenheim hatte zu ihrer Mutter zeitlebens ein distanziertes Verhältnis. Die Diagnose ändert alles, im Leben beider. Mit dem geschulten Auge einer erfahrenen Anthropologin, die als teilnehmende Beobachterin immer Zugang zu fremden Welten gesucht hat, erschließt sie, dass sich - bei schwindendem Faktengedächtnis - das emotionale Gedächtnis in vorher nie gekannter Weise Ausdruck und Gehör verschafft: Das Herz wird nicht dement, sagt eine Pflegerin. Die Tochter reduziert die Mutter nicht auf die Symptome und die Entwicklung der Demenz, sondern wahrt deren Individualität und damit auch ihre Würde bis zuletzt - findet so zu einem tieferen Verstehen, durchaus auch mit viel Sinn für Humor, Skurriles und Besonderes, trotz allen tragischen Momenten. Keifenheim rät trotz ihrer intensiven Betreuungslast nicht zur Selbstaufopferung, sondern ermutigt, die eigenen Bedürfnisse nicht zu verleugnen.Ein Buch, das zum Motto des diesjährigen Katholikentags passt: „Seht, welch ein Mensch“. Hinsehen, wenn ein naher Mensch sich durch Demenz verändert. Und wahrnehmen, was er – oder sie – braucht – darum geht es.

Aktuelle Ausgabe:
November, Nr. 11 – 2017
Neu: Zeit für Pausen - Zeit für mich

Die Kraft der Stille