Forum Lebensfragen

Mein Vater war Alkoholiker. Auch ich habe eine starke Neigung zur Sucht. Ich rauche. Alle in meiner Umgebung sind deswegen unglücklich und ich selbst quäle mich damit. Ich bringe es Jesus vor, aber der Gedanke, dass er mir die Zigaretten nehmen und mich befreien sollte, führt mich immer wieder zur Erkenntnis, dass ich eigentlich nicht wirklich die Absicht habe, tatsächlich aufzuhören. Ist es ein Dämon? Was soll ich tun?

Die Sucht ist kein Dämon. Sie können auch nicht Jesus für Ihre Sucht verantwortlich machen, wenn Sie nicht von ihr loskommen. Wichtig ist, dass Sie Ihre Sucht zuerst einmal akzeptieren – sie nicht kaschieren oder sie vor sich selber verleugnen. Dann fragen Sie sich, welche Sehnsucht hinter Ihrer Sucht steckt. Sucht ist immer verdrängte Sehnsucht. Und sie kann nur geheilt werden, wenn sie wieder in Sehnsucht verwandelt wird. Die Sucht zu rauchen hat oft mit der Sehnsucht nach Freiheit zu tun oder mit der Sehnsucht nach Beziehung und Freundschaft. Man möchte zusammen eine Zigarette rauchen, man möchte entspannt sein oder frei. Die Werbung bedient mit ihren Bildern ganz gezielt solche Wünsche. Versuchen Sie, die Spur Ihrer Sehnsucht zu sehen. Wenn Sie diese Sehnsucht entdecken, können Sie überlegen, wie Sie sie anders erfüllen können. Und letztlich wird Ihre Sehnsucht über Sie hinausgehen. Solange Sie nur gegen die Sucht kämpfen, wird sie Sie immer verfolgen. Versuchen Sie, die Sehnsucht zu Ende zu denken und sie auf die Wirklichkeit zu richten, die Ihre tiefste einfach leben Sehnsucht nach Gemeinschaft und nach Freiheit erfüllen kann. Das kann letztlich nur Gott. Wenn Sie sich dessen bewusst werden, wird Ihre Sucht sich langsam in Sehnsucht verwandeln. Sie sind dann nicht mehr böse auf sich selbst, weil Sie süchtig sind. Die Sucht erinnert Sie vielmehr immer wieder an die Sehnsucht und an das letzte Ziel Ihres Lebens. Wenn Sie sich immer wieder von der Sucht daran erinnern lassen, wird sie irgendwann aufhören. Sie hat keine Macht mehr über Sie.



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