Die Arbeit in der Firma strengt mich so an, dass ich nicht mehr genügend Energie habe, daheim für die Familie zu sorgen. Ich laufe ständig mit einem schlechten Gewissen herum, für meine Kinder und für meinen Mann nicht genügend Zeit und vor allem nicht genügend psychische Kraft zu haben, um mich ihnen ganz zuwenden zu können. Ich werde immer dünnhäutiger. Was kann ich tun?
Zunächst sollten Sie genau analysieren, was Sie so anstrengt. Ist es die Menge der Arbeit? Sind es die unklaren Verhältnisse in der Firma? Sind es die vielen Entscheidungen, die Sie treffen sollen? Oder ist es der Druck, der Ihnen von der Firmenleitung entgegen kommt? Erst wenn Sie die genaue Ursache erkannt haben, können Sie sich überlegen, wie Sie anders auf den Druck, auf die Unklarheit, auf die Erwartungen von außen reagieren können, ohne dass Sie sich selbst unter Druck setzen. Und Sie sollten schauen, wo Sie sich abgrenzen und schützen müssen. Wenn Sie nach Hause kommen, dann schließen Sie bewusst die Tür der Arbeit. Betrachten Sie die Hinwendung zu Ihren Kindern nicht als Arbeit. Freuen Sie sich vielmehr darauf, dass Sie eine Familie haben, dass die Kinder andere Aspekte in Ihr Leben bringen. Sie sollen nicht mit einem schlechten Gewissen herumlaufen. Sie sollen gar nicht so viel für Ihre Kinder und Ihren Mann tun. Sie sollen einfach nur da sein. Vertrauen Sie darauf, dass Sie so, wie Sie sind – ohne dass Sie viel leisten –, ein Segen sind für Ihre Familie. Sie geben, was Sie können. Beten Sie darum, dass das, was Sie geben, für die Kinder zum Segen wird, dass es sie herausfordert, die eigenen Kräfte in sich zu entwickeln. Wenn Sie sich dünnhäutig fühlen, dann sorgen Sie besser für sich selbst. Nehmen Sie das verletzte und dünnhäutige innere Kind in Ihre Arme und gehen Sie liebevoll mit sich um. Erlauben Sie sich, so zu sein, wie Sie sind. Aber vertrauen Sie zugleich darauf, dass Gottes heilende Nähe Sie umgibt und Sie bewahrt vor der bedrängenden Nähe der Menschen, vor ihren Ansprüchen und Erwartungen.