Anselm Grün

Von Rudolf Walter

Anselm Grün OSB, Dr. theol., geboren am 14. Januar 1945 in Junkershausen und in der Nähe von München aufgewachsen, ist Mitglied des Benediktinerordens und wohl einer der bekanntesten Ordensleute im deutschsprachigen Raum. Einzelheiten seiner Biographie sind schnell genannt und zeichnen einen geradlinig verlaufenen Weg: Er legte 1964 sein Abitur am Riemenschneider-Gymnasium in Würzburg ab und trat noch im selben Jahr ins Noviziat an der nahe gelegenen Benediktiner-Abtei Münsterschwarzach ein. Von 1965 bis 1971 studierte er Philosophie und Theologie in St. Ottilien und in Rom. 1974 promovierte er zum Doktor der Theologie, wobei er sich in seiner Dissertation mit dem großen Jesuitentheologen Karl Rahner beschäftigte. 1974 bis 1976 studierte Anselm Grün Betriebswirtschaftslehre in Nürnberg. Er leitet heute die wirtschaftlichen Belange seines Klosters als Cellerar.
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Als Referent zu spirituellen Themen, geistlicher Berater und Kursleiter für Meditation, Kontemplation, Fasten ist der Benediktinerpater vielen Menschen bekannt. Als Autor spiritueller Bücher aber noch mehr. Hier ist er geradezu eine Ausnahmeerscheinung. Wo Erfolg ist, sind Klischees nicht weit. „Manager mit Mönchsherz“ nannte ihn die FAZ, „Macher hinter Mauern“ der „Spiegel“. „Seelenflüsterer und Glückspater“ die Boulevardpresse. Wie auch immer: Anselm Grün ist ein „Phänomen“ - der meistgelesene christliche Autor unserer Tage, Auflagenmillionär, internationaler Bestsellerautor. Seine Vorträge – oft zweimal die Woche – sind brechend voll, Seminare über Jahre hinweg ausgebucht. Von Topmanagern aus der Wirtschaft ist er als Berater geschätzt. Vortragsreisen führen ihn auch ins Ausland: nach Polen, Tschechien, Frankreich, Spanien, Holland, nach Korea oder Mexiko, Argentinien oder Brasilien. Im Hauptberuf ist er Mönch. Er leitete bis Ende 2014 die wirtschaftlichen Belange seines Klosters als Cellerar.

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An die 400 Einträge verzeichnet das Verzeichnis lieferbarer Bücher. Das ist mehr als in einem einzigen Leben Platz zu haben scheint – wenn man weiß, was Anselm Grün sonst noch macht. Über 15 Millionen Exemplare seiner Bücher sind weltweit verbreitet. In über 30 Weltsprachen sind sie übersetzt – vom Russischen bis zum Chinesischen oder Koreanischen, vom romanischen über den finugrischen bis zum nordischen Sprachraum, in Nord- ebenso wie in Südamerika.

Schreiben kann Anselm Grün freilich nur nebenbei. Als „Hobby“, wie er sagt. Zweimal die Woche reserviert er sich morgens zwischen 6.00 Uhr und 8.00 Uhr zwei Stunden dafür. Als Cellerar der großen Benediktinerabtei Münsterschwarzach, einem der ältesten Klöster Bayerns mit weltweiter Ausstrahlung, war er jahrzehntelang für die ökonomischen Grundlagen zuständig, damit dieses bedeutende Kloster seine Aufgaben erfüllen kann. Heute steht er seinem Nachfolger zur Seite. Wie er u.a. die Verantwortung für über 280 Mitarbeiter in über 20 handwerklichen Betrieben (u.a. Bäckerei, Metzgerei, Druckerei, Gold- und Silberschmiede, Metallwerkstätten, Schreinerei, Gärtnerei, Landwirtschaft, Autowerkstatt, Verlag, Buchhandlung) erfolgreich wahrnahm, mit Handwerkern ebenso verhandelte wie mit Banken, das zeigte: Hier stimmt die Balance von Spiritualität und Weltverantwortung.

Die wirtschaftliche Verantwortung bedeutet ja nicht wenig: für sicherere Arbeitsplätze zu sorgen und kreativ auch in ökonomischer Hinsicht zu sein. So hat Münsterschwarzach heute ein Ökoprojekt: 96 Prozent Energie erzeugt das Kloster selber aus regenerativen Quellen und es sollen noch 100 Prozent werden. Dass das Kloster sich selbst ernähren muss, ist Voraussetzung für die Arbeit des Cellerars. Diese wirtschaftliche Verantwortung hat immer verhindert, dass er „abhebt“. Er selbst spricht von „geerdeter Spiritualität“.

Schon als Kind – als Anselm Grün im Geschäft seiner Eltern Glühbirnen und Lampen verkaufte – zeigte er Sinn für Realitäten. Und dass ihn der Abt, nachdem er in Theologie promoviert hatte, zum Studium der Volkswirtschaft schickte, war zunächst ein Schock für ihn, erwies sich aber als glückliche Lösung, von der heute auch andere profitieren. Wichtig ist P. Anselm bei aller wirtschaftlichen Orientierung, dass nicht nur in den Produkten, sondern auch in der Arbeitsweise der ganze Mensch im Blick bleibt. Dass man kreativ mit Geld umgeht. Dass Ökonomie dem Leben dienen soll – und nicht umgekehrt.

Anselm Grün schreibt sehr einfach – und berührt gerade dadurch das Herz, trifft so den Lebensnerv der Menschen. Seine Leser spüren, dass seine Einfachheit und Herzlichkeit echt sind. Wir sind zum Glücklichsein geboren, sagt er. Und: Es gibt Quellen innerer Kraft, die jedem zugänglich sind. Seine Botschaft ist positiv – und bezieht sich auf die Lebenssituation, die Sorgen und Probleme der Menschen, auf ihre wirklichen Fragen und Sehnsüchte. Er bringt diese Fragen in Beziehung zur befreienden Botschaft der Heiligen Schrift, der Mönchstradition und der heutigen Psychologie. Das Wesentliche der Tradition, für heute übersetzt, fängt neu an zu leuchten: Das sind keine moralischen Anweisungen, sondern „Ratschläge des Herzens“. Um eine Kunst des guten Lebens geht es ihm, um den Ausgleich zu Hektik und Stress. Um die Frage, was Dauer, Beständigkeit, Ruhe, Stille, Einfachheit und authentische Spiritualität verspricht. Anselm Grün ist damit zum Inbegriff eines spirituellen Aufbruchs geworden, der aus den Klöstern kommt und immer mehr Menschen anzieht.

Schon als Kind und Jugendlicher hatte er selber eine geistliche Berufung gespürt. Ursprünglich war er vom Jesuitenorden angezogen, dessen geistig-intellektuelle Schärfe ihn faszinierte. Schließlich trat er aber dann doch in den Orden der Benediktiner ein, weil die benediktinische Lebensordnung – das Miteinander von Gebet und Arbeit, die Verbindung Einsamkeit und Gemeinschaft, der Rhythmus des von Liturgie geprägten Lebens ihm zusagte.

Als Theologe war ihm von Anfang an wichtig, die Heiligen Schriften des Christentums und das, was die Tradition sagt, für heute auszulegen und es so zu sagen, dass es verständlich wird und in seiner Bedeutung für unser Leben hier und heute einleuchtet.
Seit den 70er Jahren hat Anselm Grün bereits mit seinen Mitbrüdern nach neuen Aufbrüchen in der Spiritualität gesucht. Dabei ließ er sich nicht nur von der Bibel und den Schriften der alten Mönchsväter der frühen Jahrhunderte inspirieren. Er las auch die Psychologie Carl Gustav Jungs sehr genau und widmete sich intensiv asiatischen Meditationstechniken. Die Begegnung mit dem Tiefenpsychologen C. G. Jung half ihm, Spiritualität neu zu verstehen und zu vermitteln. Die Verbindung von Psychologie und Spiritualität hat für viele Menschen möglich gemacht, die eigene Tradition wieder neu und hilfreich auf ihr eigenes Leben zu beziehen.

Die Psychologie hat ihn – ebenso wie der Umgang mit der Realität des Alltags im wirtschaftlichen Alltag – gelehrt, dass man genau hinhören und hinsehen muss, wenn man mit den Menschen spricht. Und Spiritualität führt für Anselm Grün in den Alltag, nicht von ihm weg, sie ist nichts Abgehobenes. Und sie führt ins Zentrum: Spirituelle Sicht, das heißt für ihn, die Menschen in die Mitte zu bringen, dass sie mit sich in Berührung kommen. Das bedeutet für ihn, dass Religionen in ihren Ritualen, in ihrer Verkündigung die Sehnsucht nach dem ganz anderen wach halten in der Gesellschaft und dazu beitragen, dass der Mensch nicht vereinnahmt wird von Politik und von Wirtschaft. Es geht für ihn darum, dass Religionen das Heilige der Menschen hüten, ihnen sagen, dass in ihnen noch etwas ist, was nicht vereinnahmt werden kann. Religion ist für ihn also ein Weg nicht nur zum inneren Frieden, sondern zur Befreiung, dass meine Würde und mein Wert noch anders ist als sie von der Ökonomie definiert wird oder dass die Frage nach Gott offen gehalten wird. Das öffnet auch die Gesellschaft für eine andere Dimension.

Ein Journalist der „ZEIT“ hat die Regel Benedikts, die regula benedicti aus dem 6. Jahrhundert, nach der die Mönche bis heute ihr Leben ausrichten, erst jüngst zum ältesten Glücksbuch erklärt. Vieles von dem, was Anselm Grün schreibt, geht auf dieses alte Buch zurück. Es geht darum, Menschen für das Leben zu wecken. Der Mensch ist zum Leben geboren und zum Glück bestimmt, das ist benediktinische Lebensweisheit. Im Werk von Anselm Grün wird sie immer wieder neu konkret und anschaulich. Das „weite Herz“ und „einfach leben“ sind zwei Schlüsselbegriffe im Werk von Anselm Grün. „Einfach leben“ ist auch der Titel des monatlichen Rundbriefs, der in einer hohen Auflage seit einigen Jahren erscheint. Und zum „weiten Herzen“ – wiederum einem Begriff aus der Benediktregel - dies: In einem seiner Bücher hat Anselm Grün angeregt, für sich selber zu Lebzeiten einen Nachruf zu schreiben. Als ihn kürzlich jemand fragte, was er selber denn wünschen würde, dass im Nachruf auf ihn stehen würde, hat er geantwortet: „dass er ein weites Herz hatte, und dass er die Menschen geliebt hat, denen er die Bücher geschrieben hat.“

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