Kleines Kloster-ABC

Abt/btissin, steht einem Kloster bzw. einer Frauenabtei vor. Trgt als Zeichen der Wrde bischfliche Insignien.

Abtei, Gebude, Personal oder (Land-)Besitz eines selbstndigen Klosters, dessen Vorsteher ein Abt ist.

Anachoreten, in der Einsamkeit streng asketisch lebende Einsiedler.

Armut, einer der drei Evangelischen Rte. In manchen Orden werden die Mitglieder zur persnlichen Armut verpflichtet. Sie haben keinerlei persnliche Verfgungsrechte ber weltlichen Besitz.

Athos, der Heilige Berg, eine orthodoxe Mnchsrepublik mit autonomem Status unter griechischer Souvernitt in Griechenland, auf dem gleichnamigen stlichen Finger der Halbinsel Chalkidik. Das Territorium umfasst rund 336 km und zhlt 2262 (mnchische) Einwohner, zuzglich einer saisonal wechselnden Zahl von zivilen Arbeitern. Der Begriff (Berg) Athos bezeichnet entweder die ganze Halbinsel Athos mit dem Mnchsstaat oder auch nur den eigentlichen Berg an der Sdost-Spitze der Halbinsel, der 2.033 Meter hoch ist.
Rudolf Walter (Hrsg.):
thema klosterleben
Das Themenheft von einfach leben
32 Seiten
kartoniert
7,90 Euro
 Heft bestellen
Barmherzige Brder/Schwestern, bilden eine ganze Gruppe von Orden, die sich vor allem der Pflege von Kranken, Alten und Behinderten widmen.

Benediktiner/innen, der lteste Mnchsorden der abendlndischen Kirche. Besondere Pflege der Liturgie, Wahlspruch: Ora et Labora, Bete und arbeite.

Bettelorden, lat. Mendikanten, sind Orden, die keine festen Einknfte haben und von Almosen leben wie Franziskaner, Dominikaner und Kapuziner.

Bruder, einfacher Mnch, ohne Priesterweihe.

Cellerar, Klosterverwalter, zustndig fr wirtschaftliche Belange.

Chor, hinterer, oft halbkreisfrmig abschlieender Teil des Kirchenschiffes, dessen Benutzung frher den Mnchen und den oberen sozialen Schichten (Adel) vorbehalten war.

Choral , leitet sich als der Gesang der Mnche vom Chorraum ab. Ein- oder mehrstimmiger Gesang des Stundengebetes oder der Messtexte.

Chorherren, lat. Kanoniker: ohne Ordensgelbde Prlaten, die den Chordienst an bestimmten Kirchen versehen. Mit Ordensgelbde sind es Ordensleute, die in einem Stift zusammen leben und durch das gemeinsame Chorgebet verbunden sind.

Dominikaner, berhmter Predigerorden, vor allem der Theologie verpflichtet, wichtigster Trger der Inquisition.

Einkleidung, die feierliche bergabe der Ordenstracht der religisen Orden.

Einsiedler, s. Anachoreten, Eremit.

Eremit, in der Einsamkeit lebender Mensch, der sich durch Gebet und Bue Gott weiht.

Evangelische Rte, die drei Prinzipien Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam, die jeder Mnche zu befolgen gelobt hat.

Fasten, zeitweiliger teilweiser oder vlliger Verzicht auf Nahrung als Zeichen der Reinigung, des Opfers und der Shne.

Franziskaner, Bettelorden, Teil der auf den heiligen Franziskus zurckgehenden, um das 12. Jahrhundert gegrndeten Ordensfamilie, gemeinsames uerliches Kennzeichen ist der weie Strickgrtel zum Ordensrock.

Gelbde, s. Profess.

Gregorianik, Art des einstimmigen (Chor-)Gesangs nach den Regeln des Papstes Gregors des Groen (ca. 540-604).

Habit, uniformierte Mnchskleidung, je nach Orden verschieden.

Jesuiten, die Gesellschaft Jesu (Societas Jesu, SJ) gilt als intellektuellster Klerikerorden. Bildungsarbeit ist eines ihrer wichtigsten Bettigungsfelder; in jngerer Zeit sind sie vor allem mit der Studentenseelsorge betraut. Jesuiten tragen keine Ordenskleider.

Kapuziner, Ordro Fratrum Minorum Capuccinarum, CFMCap, neben Franziskanern und Konventualen der dritte selbstndige Zweig des Ersten Ordens des Franz von Assisi. Der Orden wurde im frhen 16. Jahrhundert als Reform der Franziskanerobservanten (strenge Armut und Betonung des Eremitenlebens) gegrndet und breitete sich rasch aus.

Karmeliten, vom Berg Karmel in Palstina und den dort lebenden Eremiten hergeleitete Bezeichnung. Ein kontemplativer Orden in zwei nach Strenge gegliederten Zweigen: beschuhte und unbeschuhte Karmeliten bzw. Karmelitinnen.

Kartuser, streng kontemplativer Mnchsorden, deren Mitglieder selbst im Kloster vereinzelt und gesondert nebeneinander leben.

Klausur, den Mnchen bzw. Nonnen vorbehaltener Teil des Klosters (von lat. claudere, (ab)schlieen).

Kloster, von lat. claustrum, ist ein abgeschlossener Ort, in dem abgeschieden von der Auenwelt Gemeinschaften leben.

Kloster auf Zeit, Angebot verschiedener Ordensgemeinschaften, als Gast zeitlich begrenzt am Gemeinschaftsleben des Klosters teilzunehmen.

Komplet, von lat. completus, vollstndig, abgeschlossen. Das Nachtgebet der Kirche; Abschluss der katholischen kirchlichen Tageszeiten.

Kongregation, im Zusammenhang der Orden handelt es sich dabei um Zusammenschlsse von mehreren Klstern unter einem gemeinsamen Oberen.

Kontemplation meint das betrachtende Gebet.

Konvent, Kloster, Organisationsform in Orden, die keine bte und Abteien haben, aber unter der Leitung eines Oberen/einer Oberin zusammenleben (z.B. Bettelorden wie Dominikaner, Franziskaner); Versammlung der stimmberechtigten Mnche eines Klosters.

Kreuzgang, an die Kirche anschlieender Rundgang, meist rechteckig um einen Garten, in dessen Mitte zwei Wege einander kreuzfrmig schneiden.

Laudes, von lat. laudare, loben. Liturgisches Morgengebet der Kirche, Morgenlob.

Matutin, von lat. matutinus, morgendlich. Teil des Stundengebets um Mitternacht oder in den frhen Morgenstunden.

Missionsorden heien Orden, die sich der Verbreitung des Evangeliums in nichtchristlichen Lndern verschrieben haben.

Mnch, von griech. monachs, einer, der sich absondert. Der Mnch sucht die Einsamkeit (Wste, Natur, unbewohnte Gegend) auf, um ungestrt der betenden und meditierenden Gottsuche nachgehen zu knnen. Ursprnglich war er ein Einsiedler, der sich dann mit anderen zu gegenseitiger Hilfe zusammenschloss.

Non, von lat. nonus, neun. Chorgebet zur 9. Stunde (15 Uhr).

Nonne, von lat. nonna, Amme. Angehrige eines Frauenordens, auch Ordensschwester genannt.

Noviziat, Probezeit eines Anwrters auf Ordenseintritt (Novizen), an dessen Ende das Mnchsgelbde steht (es sei denn, der Novize entscheidet sich gegen den Eintritt).

Oblate, Laienbruder; Mitglied einer religisen Gemeinschaft mit einfachen Gelbden.

Orden, Zusammenschluss von Mnchen auf Grundlage einer bestimmten Ordensregel (s.d.) und meist in der Nachfolge einer hervorstechenden Grnderfigur (z.B. Franziskaner nach dem hl. Franziskus), nach denen die Orden oft auch benannt werden (Benediktiner, Dominikaner usw.).

Ordenskleid, s. Habit.

Ordensname, ein neuer Rufname, den man in vielen Ordensgemeinschaften als Zeichen des neubegonnenen Lebens erhlt.

Ordensregel, Gesamtheit aller Verfgungen, die das Leben der Mnche im Orden betreffen, oft vom Ordensgrnder erlassen. (Ein Groteil der Ordensgemeinschaften lebt nach der im 6. Jh von Benedikt verfassten Regula Benedicti).

Orthodoxe Kirche, rechtglubige Kirchen des Ostens, die nach der Trennung von der lateinischen Kirche 1054 im ehemaligen Reichsgebiet von Ostrom (Byzanz) und dessen Missionen entstanden sind.

Pallottiner, nach dem italien. Priester Pallotti. In Deutschland ist daraus die Schnstatt-Bewegung von Priestern ohne Gelbde, aber gemeinsamem Leben mit Schwerpunkt auf der Seelsorge entstanden.

Postulat, Probezeit in Ordensgemeinschaften.

Prim, von lat. hora prima, erste Stunde. Chorgebet zur ersten Stunde (6 Uhr).

Prior, in der Klosterhierarchie erster nach dem Abt, bzw. Vorsteher der Klster, die keine Abteien sind (z.B. in den Konventen der Bettelorden).

Profess, Feierlicher und endgltiger Eid des Mnchsanwrters, im Kloster nach den evangelischen Rten (s.d.) zu leben.

Provinz, ein regionaler Zusammenschluss von Bistmern oder Ordensniederlassungen. Ihr Leiter wird Provinzial bezeichnet.

Redemptoristen, der Volksmission verpflichteter Orden.

Refektorium, Speisesaal des Klosters.

Skularinstitut, Gemeinschaften von Menschen, die auf die Evangelischen Rte verpflichtet sind, aber in ihrer weltlichen beruflichen und familiren Umgebung bleiben.

Sext, von lat. sextus, sechs. Chorgebet zur sechsten Stunde (12 Uhr).

Silentium, verordnetes Stillschweigen. Trappisten sind ihm fr immer verpflichtet.

Steyler Missionare, 1875 im niederlndischen Steyl gegrndeter Missionsorden (offiziell: Gesellschaft des Gttlichen Wortes), dessen 6.000 Mitglieder sich in ber 70 Lndern weltweit fr Gerechtigkeit und Solidaritt mit den Armen und die Verkndigung des Evangeliums einsetzen. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind Asien, Afrika und Sdamerika. Zur Ordensfamilie gehren auch die Steyler Missions- und Anbetungsschwestern.

Stift, bezeichnet die Klster, die (im Mittelalter) mit Grundvermgen ausgestattet und von Staat und Kirche zur juristischen Person erhoben worden sind. Die Mitglieder heien Stiftsherren oder Kanoniker.

Stundengebet, s. Tagzeitengebet.

Tagzeitengebete, tglich mehrmaliges gemeinsames Gebet zu bestimmten Tageszeiten: Matutin, Laudes, Prim, Terz, Sext, Non, Vesper, Komplet.

Terz, von lat. terz, drei. Chorgebet zur dritten Stunde (9 Uhr).
Tischlesung, bei Mahlzeiten vorgetragene Lesungen in Klstern.

Tonsur: Bei der Weihe von Klerikern schneidet der Bischof an fnf Stellen Haarbschel ab als Zeichen des Verzichts auf Eitelkeit.

Ursulinen, einer der strksten Orden zur Erziehung von Mdchen.

Vesper, liturgisches Abendlob der Kirche.

Zelle, einfach eingerichteter Wohn- und Gebetsraum der Mnche und Nonnen und bevorzugter Ort des Alleinseins.

Zlibat, Verpflichtung zur Keuschheit und Eheverzicht der katholischen Priester.
Aktuelle Ausgabe:
April, Nr. 4 2017
Neu: Faszination Klster

Die Kraft der Stille