Leben ist jetzt. Von der Kunst des Älterwerdens
ISBN 978-3-451-30238-1;
17,95 , 240 Seiten
„Zu wissen, wie man älter wird, - das ist das Meisterstück der Weisheit und eines der schwierigsten Kapitel in der Lebenskunst“, das hat ein kluger Mensche gesagt. Und ein anderer, man könne nicht früh genug anfangen, sich in dieser Kunst zu üben. Schließlich werden wir vom ersten Tag unseres Lebens an älter. Anselm Grün schreibt darüber, wie diese Kunst „geht“. Er hat kein Buch über das Alter an sich geschrieben, sondern ein Buch über bewusste Lebenskunst, in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen. Dies ist also kein Buch für die Generation 60 plus, sondern für alle Frauen und Männer, in welcher Lebensphase auch immer, die bewusster leben wollen, die ihr Leben auskosten und auch in seiner spirituellen Qualität gestalten möchten. Dass er selber im Januar 2010 seinen 65. Geburtstag feiert, mag mit ein Anlass gewesen sein, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Auf jeden Fall ist es durch eine lange Lebenserfahrung erfahrungsgesättigt und es ist gleichermaßen realistisch wie von einem positiven Grundton bestimmt: Wer älter wird hat noch Leben vor sich. Da wird noch etwas. Da wächst etwas. Da kommt Neues. Es geht also in erster Linie darum, den Blick auf das Reifen und inneres Wachsen zu lenken – und um einen Weg, der durch alle Etappen des Lebens zum wahren Leben führt, zum Leben, das auch durch den Tod nicht zerstört werden kann. Dass auf diesem Weg Fragen auftauchen, die mit unserer Endlichkeit zusammenhängen, dass es gesundheitliche Probleme und soziale Schwierigkeiten gibt, dass Männer und Frauen jeweils ganz verschiedene Erfahrungen machen und ganz unterschiedlich mit dem Thema umgehen, verliert der Autor nie aus dem Blick. Aber im Zentrum seiner Überlegungen stehen doch die Chancen: Wenn Beziehungen sich ändern, dann brauchen sie eben eine ganz besondere Pflege. Der Umgang mit der Zeit ist in jeder Lebensphase unterschiedlich. Was im ganzen Leben gilt, das trifft auch im Alter nur in einer besonders markanten Dringlichkeit zu: Es geht darum, zu sich selber zu finden, sich der eigenen Seele zu öffnen, die Liebe zueinander immer neu zu entdecken, sich in die Gemeinschaft einzubringen und sich zu vernetzen mit anderen Menschen, Zeit – als je eigene Lebenszeit - als kostbar zu erfahren und, gerade im Angesicht unserer Endlichkeit und der Gewissheit, dass wir alle sterben werden, „endlich“ zu leben. Denn „Leben ist jetzt“.