Frühstücken

Den Anfang bewusst genießen und dem neuen Tag das Vorzeichen der Ruhe geben. Sich Zeit lassen und gönnen: Das Frühstück nach dem Aufstehen gibt dem Start in den Tag eine besondere Bedeutung.


Zeit, die mir gehört


Die Art und Weise, wie Menschen frühstücken, ist sehr verschieden. Und sie sagt doch viel über sie aus. Die einen sind in Gedanken schon bei der Arbeit, schlingen in aller Eile ein Brot hinunter. Und stehend trinken sie noch eine Tasse Kaffee. Dann ist das Frühstück allerdings keine Mahlzeit, sondern nur eine Sättigungszeit. Genuss ist es jedenfalls keiner, wenn man morgens in Hetze ist und schon jetzt alles schnell gehen muss. Andere dagegen betrachten das Frühstück als heilige Zeit. Sie nehmen sich Zeit für das Frühstück, entweder allein oder mit der Familie oder mit dem Partner. Sie beginnen das Frühstück vielleicht mit einem gemeinsamen Gebet, bei dem sie auch um den Segen für den heutigen Tag bitten. Sie genießen es, dass der Morgen so anfängt, und sie lassen sich dabei nicht stören. Es ist Zeit, die ihnen gehört und die sie entsprechend gestalten. Manche lassen jetzt muntere Musik leise laufen und fühlen sich von ihr beschwingt. Oder sie vertiefen sich erst einmal in die Neuigkeiten der Zeitung. Oder sie genießen ein Gespräch und besprechen den kommenden Tag, ihre Hoffnungen, ihre Sorgen oder Ängste. Sie haben erfahren: Wenn alle Gefühle ausgesprochen werden, kann man getrost den Tag beginnen.

einfach leben – Ein Brief von Anselm Grün

Lassen Sie sich von Anselm Grün in Ihrem Alltag begleiten. Gönnen Sie sich regelmäßig diese ganz persönliche „Auszeit“: um Abstand zu gewinnen, um Inspiration zu erfahren, um Lebensthemen auf der Spur zu bleiben, die Ihnen persönlich wichtig sind.


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Rituale geben Halt


Zeitunglesen, Musik oder Auswahl des Essens: Viele haben beim Frühstück ihre festen Rituale. Die meisten essen immer das Gleiche, sei es Müsli, eine Semmel mit Marmelade oder Käse. Wenn das Frühstück immer gleich abläuft, dann braucht man nicht lange zu überlegen, was auf den Tisch sollte. Ein gutes Ritual spart Energie am Morgen. Und wenn das Frühstück jeden Tag gleich ist, dann freut man sich besonders, wenn es am Samstag oder Sonntag in etwas anderer Weise gestaltet wird, wenn man sich da länger Zeit lässt und vielleicht auch extra ein Ei kocht oder Rührei macht und dem Wochenende ein eigenes Gepräge gibt.


Gefühl von Freiheit


Wer allein frühstückt, der kann das möglichst schnell hinter sich bringen. Oder aber er kann das Brot langsam verkosten, die Semmel bewusst kauen und den Geschmack genießen. Wenn ich mir beim Frühstück Zeit lasse, dann fängt der Tag anders an. Dann fahre ich auch entspannt zur Arbeit. Die erste Stunde des Tages war eine heilige Zeit. Wenn das „meine“ Zeit war, Zeit, die mir gehört, dann gibt mir das ein Gefühl von Freiheit, wenn ich mich auf die Arbeit einlasse, in der viele fremde Wünsche und Ansprüche an mich heran getragen werden. Das bewusste Frühstück schützt mich später davor, mich wie im Hamsterrad zu fühlen. Jeder Tag beginnt dann mit der Zeit, die ich mir gönne, in der ich bewusst die guten Gaben genieße, die mir Gott täglich schenkt.


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Dieser Artikel ist entnommen aus einfach leben Nr. 6 – 2016:
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Von Achtsamkeit
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