Der Weg zur Arbeit

Wie wir uns auf die Arbeit einstellen, das liegt an uns. Sich nicht unter Druck zu setzen, sich frei zu machen von Befürchtungen – das fängt schon auf dem Weg zum Arbeitsplatz an: Wer sich mit Gelassenheit und Achtsamkeit auf den Weg macht, hat viel gewonnen.


„Vorausmeditation“


Den Weg zur Arbeit kann ich sehr verschieden gestalten. Wenn ich mit dem Auto fahre, kann ich jedes Mal einen neuen Rekord aufstellen, um möglichst schnell zur Arbeit zu kommen. Aber das ist erstens anstrengend und zweitens begrenzt. Ich kann aber den Weg zur Arbeit auch genießen und ihn als „Vorausmeditation“ nutzen: Ich stelle mir vor, was mich heute in der Arbeit erwartet, welchen Menschen ich begegnen werde, welche Gespräche sein werden. Ich grüble aber nicht nach, wie es wird. Vielmehr stelle ich alles, was mir einfällt, unter den Segen Gottes. Ich bitte ihn um Segen, dass meine Arbeit gelingt, dass die Gespräche gut werden, dass der Kunde offen ist und dass ich immer in meiner Mitte bleibe und allen freundlich begegne.

einfach leben – Ein Brief von Anselm Grün

Lassen Sie sich von Anselm Grün in Ihrem Alltag begleiten. Gönnen Sie sich regelmäßig diese ganz persönliche „Auszeit“: um Abstand zu gewinnen, um Inspiration zu erfahren, um Lebensthemen auf der Spur zu bleiben, die Ihnen persönlich wichtig sind.


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Zeit, die nur mir gehört


Ein anderer Weg ist, die Zeit zu nutzen, um sich Dingen zu widmen, die mir gut tun: Wenn ich mit dem Auto fahre, kann ich „meine“ Musik auf dem Weg zur Arbeit hören. Wenn ich mit dem Zug fahre, nehme ich ein Buch mit und freue mich, jeden Tag während der Zeit der Zugfahrt lesen zu können. Dann tauche ich im Lesen in eine andere Welt ein. Die Zeit der Fahrt gehört mir. Es ist meine heilige Zeit, die mir niemand nehmen kann.


Gefühle verwandeln lassen


Der hl. Benedikt verlangt vom Cellerar, dass er immer auf seine Seele achten soll. Das bedeutet für mich auch: Ich bin verantwortlich dafür, mit welchen Gefühlen und inneren Einstellungen ich in die Arbeit gehe. Es kann sein, dass ich heute nicht gerne in die Arbeit gehe, weil mich so viel erwartet oder weil problematische Sitzungen anstehen. Dann legt sich das oft wie ein Stein auf die Brust. Auf die Seele zu achten, heißt: Ich nehme diese Gefühle wahr. Aber ich halte sie Gott hin und bitte ihn, dass er diese Gefühle verwandeln möge. Seine Liebe soll in meinen Ärger, in meine Angst, in meinen Unmut hineinströmen und mich mit Frieden und Freude erfüllen. So bitte ich Gott, dass er bei all den unangenehmen Dinge, die heute auf mich zukommen, immer bei mir ist und mich mit Freundlichkeit und Fröhlichkeit erfüllen möge. Wenn ich dann mit einem freundlichen Lächeln meine Arbeitsstelle betrete, wird der Tag anders beginnen.


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Dieser Artikel ist entnommen aus einfach leben Nr. 4 – 2017:
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Die Kraft der Stille